¡Ya está! Tschüss Onkologie…
15 Oktober 2026. Ein Grund zum Feiern, denn es ist soweit: ich bin ab heute keine Krebspatientin mehr.
Rückblickend bin ich ziemlich gut durchgeflutscht, durch den ganzen Mist.
Ich hatte einfach sehr viel Glück im Unglück.
Die Diagnose kam überraschend und ich hatte wirklich nicht damit gerechnet. Beim genaueren Hinschauen wurde dann aus einem Tumor auch noch „mehrere Herde“ und damit aus der brusterhaltenden OP eine Mastektomie. Aber danach gab es nur noch gute Nachrichten.
Personen, die keinen Krebs hatten fragen sich wahrscheinlich, wie ich in diesem Zusammenhang von Glück sprechen kann. Aber es ist wirklich so. Es gibt so viele Krebssuperheldinnen, die im Laufe ihrer Therapie wirklich harte Rückschläge einstecken müssen. Bei mir hingegen ging es nach der Schreckensnachricht der Diagnose nur noch bergauf. Der Krebs wuchs recht langsam, mutierte wenig, war wenig aggresiv, mochte Östrogen (super, dann kann man ihn aushungern) und hatte nicht gestreut. Ich hatte also wirklich verdammtes Glück.
Durch die Mastektomie wurde der Tumor zweifellos entfernt. Die Wächterlymphknoten wurden entnommen und waren frei. Sollte sich doch noch eine vereinzelte Zelle weggeschummelt haben, hatte sie mit Chemotherapie und Antihormontherapie null Chancen auf ein schönes Leben. Ausserdem gab es jahrelange, engmaschige Überwachung. Nach jedem „alles ist ok“ wächst die Zuversicht und schrumpft die Angst.
Dieser Termin heute ist ein Meilenstein auch wenn er sich gar nicht so anfühlt. Ich bin jetzt keine Onkologiepatientin mehr. Der Krebs gilt offiziel als besiegt.
Als meine Onkologin Sara mir sagte : „Ya está Yvonne“ – Das war´s , Tschüss! wollte ich mich eigentlich zur Angst umdrehen und ihr die Zunge rausstrecken.. aber ich konnte sie nicht finden. Sie hatte sich schon vor einer Weile klammheimlich durch die Hintertür davon geschlichen.
Aber auch wenn die Korken also nicht wirklich geknallt haben heute, war es ein wichtiger Tag und ein gutes Gefühl.
Wäre das mit dem Krebs nicht passiert, wäre mein Leben jetzt anders. Aber ehrlich gesagt ganz bestimmt nicht besser. Ich glaube die meisten von uns sind doch irgendwie in einem Hamsterrad aus Pflichten, Haushalt, Kindern und Job gefangen und funktionieren statt zu leben. Wenn dann die Diagnose Krebs ins Leben knallt gibt es zwangsläufig eine Vollbremsung. Und danach geht es irgendwie achtsamer weiter.
Ich bin seit dem auch netter zu mir selbst. Nicht mehr so perfektionistisch und viel nachsichtiger. Wenn etwas nicht so rund läuft wie ich es gern hätte nehme ich es ruhig zur Kenntniss und lasse mir Zeit, die Dinge langsam wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Ohne Stress und mit mehr Vertrauen, dass ich das schon irgendwie hinbekommen werde…und vor allem mit der wichtigen Erkenntniss, dass die Welt nicht untergehen wird, wenn es doch mal nicht klappt.
Der Krebs ist nun also weg und dafür bin ich unendlich dankbar. Aber ich mag mich jetzt lieber als vor dem Krebs, also bin ich auch für diese Erfahrung irgendwie dankbar.
Alles Liebe, eure Yvonne

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